Tom Odell

Musiker

Abseits des Rummels um seine zahlreichen Erfolge - drei britische Top-5-Alben, darunter das mit Platin ausgezeichnete Long Way Down, zwei Top-10-Singles, ein Brit Award 2013 für Critic's Choice - gibt es eine Sache, die Tom Odell immer geerdet hat: Das Songwriting. Als klassischer Songwriter im Stile von Elton John (übrigens ein großer Fan) verließ sich Odell - der 2014 mit dem prestigeträchtigen Ivor Novello als Songwriter des Jahres ausgezeichnet wurde - mehr denn je auf seine Leidenschaft, als es darum ging, sein viertes Album, das poplastige, emotional heilsame „Monster“ (veröffentlicht am 9. Juli 2021), zu schreiben.
Nach einer dunklen Phase der psychischen Gesundheit in den Jahren 2018 und 2019, schrieb er sich einen Weg durch sie hindurch, ließ schließlich seine Deckung fallen und goss seine Gefühle von Angst bis hin zu Kapitalismuskritik, toxischer Männlichkeit und Politik in ein 16-Track-Opus, das sich sowohl wie eine gewagte kreative Wiedergeburt als auch wie eine Festigung von Odells Stärken anfühlt. All das findet sich in der Leadsingle "Numb" wieder, die mit Odells schlichtem Gesang über einem spärlichen Klavier beginnt - “I hold my hand over the flame, to see if I can feel some pain” singt er - bevor unheimliche, keuchende Elektronik und Schichten von abgeschnittenen Beats den Song in eine klebrige Traurigkeit hüllen.